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In zweifacher und dreifacher Unterzahl Paroli geboten

Fast wäre der Obertunk in ein Tollhaus verwandelt worden, als die sieben Feldspieler der Arnstädter in der zu kurzen, dreiminütigen Nachspielzeit durch Lukas Scheuring nur die Querlatte trafen. In einem denkwürdigen Spiel unterlagen die dezimierten Nullneuner, nach großem Kampf dem Titelverteidiger und gegenwärtigen Tabellenvierten aus Ostthüringen denkbar knapp. Der Tabellenführer begann mit viel Tempo, hatte mehr vom Spiel, wirkte aber oft zu überhastet und ungenau beim finalen Pass. Der Kontrahent verteidigte diszipliniert und konsequent, lies kaum etwas zu und lauerte auf Fehler der Hausherren. So kam Peuker nach einem Missverständnis zum Abschluss, schoß aber am kurzen Eck vorbei (11.). Dann passte Urban auf Dustin Schmidt, der seinen Gegenspieler aussteigen ließ, aber im letzten Moment erfolgreich geblockt wurde (13.). Die erste Torgelegenheit der Hausherren vergab Silvano Varnhagen, der nach einem Ecken-Querschläger, freistehend am langen Pfosten den Ball über das Tor schoß, die anschließende Ecke köpfte Ruschke drüber. Als Johannes Ruschke den aussichtsreichen postierten Patrick Hädrich bediente, agierte dieser zu zögerlich (27.). In Führung gingen die Gäste in Folge eines Konters durch Urban, der ein Zuspiel Dustin Schmidts aus halbrechter Position ins lange Eck verwertete (34.). Bislang war es eine faire Partie, keine Provokationen beiderseits und eine knappe Führung der Weidaer. Leider erwischte der Unparteiische einen rabenschwarzen Tag. Bei konsequenter Leistung hätte er sowohl bei dem Foul an Hädrich (17.), als auch an Kunz (43.) mit Freistoß für Arnstadt das Spiel fortsetzen können. Der Pfiff blieb aber aus, so das Revanchefouls Ruschkes mit Gelb und Hädrich mit Rot geahndet wurden, da Ruschke nach vermeintlicher Schwalbe (41.) die Ampelkarte sah, mußten die Hausherren den zweiten Durchgang in Unterzahl bestreiten. Doch was die Hauswald Schützlinge nach der Pause boten, sucht seinesgleichen. Mit zwei Viererketten stemmten sich die Arnstädter gegen die numerische Überzahl und das mit Erfolg. Weida fiel nun nichts mehr ein, während die Nullneuner sich in jeden Schuß warfen, um jeden Ball kämpften, leidenschaftlich verteidigten, regelrecht über sich hinauswuchsen. Sie gaben sich aber nicht nur mit dem Verteidigen zufrieden, sondern suchten immer wieder den Weg nach vorn. Den vielumjubelten Ausgleich erzielte Varnhagen, welcher eine Freistoßflanke von Ben Luca Kunz ins Tor köpfte (62.). Mit einer Glanzparade verhinderte Torwart Haase gegen Scheurings Kopfball sogar einen Rückstand (66.). Für die Gäste scheiterte Peuker freistehend an Henning, dann fand Eichberger die Lücke und traf mit einem verdeckten Schuß von der Strafraumgrenze (74.). In der Schlußphase erhielt Florian Hofmann wegen einer Tätlichkeit die rote Karte, was aber den Angriffsbemühungen des Spitzenreiters keinen Abbruch tat. So verfehlte der mitstürmende Torwart Valentin Henning nach einer Ecke per Kopf das Tor nur um Haaresbreite, dann der schon erwähnte Lattenkopfball Scheurings in der Nachspielzeit. Was die dezimierte Heimelf für eine tolle Moral bewies war beeindruckend, zumindest der verdiente Ausgleich war möglich.


SV 09 : Henning, Barthel, Skaba, Hofmann (79. GRK), Grünert, Varnhagen (76. Koch), Kunz, (84. Seiml) Messing (70. Lvov), Scheuring, Hädrich (43. RK), Ruschke (41. GRK)


Weida : Haase, Dörlitz (34. Eichberger), Paulick, Hartmann, Oxenfart, Schumann, Pohl (65. Grabs), Do. Schmidt, Peuker (84. Pohland), Du. Schmidt, Urban


Zuschauer : 80


Schiri : Blasse (Erfurt)


Torfolge : 0:1 Urban (34.), 1:1 Varnhagen (62.), 1:2 Eichberger (74.)


Martin Hauswald nach dem Spiel


„Eine halbe Stunde war es ein Spiel zweier guter Mannschaften auf Augenhöhe, indem der Gegner einen Konter zur Führung nutzte. Bis dahin war es ein ganz normales Punktspiel, ohne Gift und Unfairness. Doch danach griff der Unparteiische massiv ins Geschehen ein und beeinflusste so den Spielverlauf in der entscheidenden Phase der Meisterschaft. Er hat aus meiner Sicht seinen Schiri Job nicht erfüllt, hat mit zweierlei Maß gemessen, z.B. nach Foul an Anton Lvov von Hinten in die Beine, nur gelb gezeigt. Der Schiri soll auch die Spieler schützen, auch vor sich selbst. Klar, darf das meinen Jungs nicht passieren, so hinzugehen, begründet war das aber von klaren Fehlentscheidungen zuvor, als er Foulspiele an meinen Spielern nicht ahndete. Was wir dann aber im zweiten Durchgang ablieferten, fast noch etwas mitnahmen, mit welcher Gier, Leidenschaft und Kampfgeist wir agierten erfüllt mich mit Stolz und Zuversicht für den Rest der Saison“.



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